Happiness schützt Lehrer/innen vor Stress und Burnout.

Mehr als ein Viertel (28,6Prozent) der Pflichtschullehrer sind, ergab eine große Studie der Lehrergewerkschaft, glücklich. Besonders spannend: Sie bewältigen Schwierigkeiten viel leichter!

Um ein genaues Bild von deren Belastungssituation zu bekommen wurden jüngst über 10.000 Lehrerinnen und Lehrer vom Grazer Psychologen Erich Hotter im Auftrag der Gewerkschaft der Pflichtschul-Lehrerinnen und –Lehrer online befragt. Eine sehr wichtige Rolle spielte in diesem Zusammenhang auch das Thema Glück. Es ging um die wichtige Frage, wie es die Belastbarkeit beeinflusst. Nun weiß man es ganz genau: Mit Glück geht alles viel besser! Es ist ein pädagogischer Turbo.

Wer ist „happy“?

Erich Hotter – er hat sich in den letzten Jahren in großen Untersuchungen intensiv mit den Belastungs-Situationen zahlreicher Berufsgruppen und den damit verbundenen Burnout-Risiken auseinandergesetzt – ist die Sache ganz genau angegangen. Ein Test von Prof. Sonja Lyubomirsky vom Department für Psychologie an der University of California ordnete zunächst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer von drei Gruppen zu – und das brachte schon die erste spannende Erkenntnis: 3.052 Studienteilnehmer (28,6 Prozent) konnten als „happy“ eingestuft werden, leider deutlich mehr, nämlich 3.713 (34,.8) als „unhappy“. In der Mitte lagen 3.897 (36,6 Prozent).

Allein dieser Befund liefert schon reichlich Diskussionsstoff. Über ein Drittel unglückliche Pädagoginnen und Pädagogen an Pflichtschulen in unserem Land – das gibt absolut zu denken. Erst recht, wenn man genau weiß, wie stark die Triebfeder Glück sein kann und welche positiven Effekte sie hat. Zwei Beispiele:

  • Das Burnout-Risiko der als unglücklich eingestuften Lehrerinnen und Lehrer ist um sage und schreibe sieben Mal höher.
  • Die Bereitschaft, sich schwierigen Unterrichtssituationen zu stellen, ist bei glücklichen Pädagogen weit größer.
Verlorenes Glück

Bemerkenswert sind auch die Tatsachen, dass Lehrerinnen im Durchschnitt klar glücklicher als die Kollegen und dass jüngere Pädagoginnen und Pädagogen glücklicher sind als die älteren – was bei Menschen in anderen Berufen eher umgekehrt ist. Im Laufe eines Lehrerlebens geht also offenbar aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen nicht wenig an Glück verloren.

Erich Hotter wollte auch klären, was den Lehrerinnen und Lehrern dabei hilft, glücklich  zu sein, was ihnen Energie gibt. Da zeigte sich, dass Zuneigung – wohl in erster Linie der Kinder – mit Abstand die größte Wirkung hat. Weit dahinter liegt die Bedeutung des Kollegiums und damit der Faktor Teamgeist auf Platz zwei. Auf Rang drei rangiert mit ganz geringem Abstand der Erfolg als Motivation – ziemlich gleichauf mit der Bestätigung für erbrachte Leistungen. Weit abgeschlagen in dieser Rangliste folgen dann das Thema Kreativität und die Persönlichkeit des Schulleiters.

Erich Hotter fasst dazu zusammen: „Vertrauensvolle, stärkende Beziehungen mit den Kindern und im Team sind, wie sich mit unseren Ergebnissen zeigt, die wichtigsten Energiequellen!“

Stress und Burnout

Es gibt aber auch die andere Seite. Im negativen Sinn können die Führungspersonen des Schulwesens und die Kollegenschaft, wie sich zeigte, die folgenschwerste Bedeutung erlangen. In der Befragung stellte sich heraus, dass sozialer Stress mit Führungskräften und der Kollegenschaft das größte Burnout-Risiko darstellt.

Für Erich Hotter die wichtigste Erkenntnis aus dieser großen Studie: „Arbeitsfreude spielt eine entscheidende Rolle. In sie sollte viel mehr investiert werden!“

Wenn Sie mehr über unsere Untersuchung wissen möchten, schreiben Sie mir bitte ein Mail.

Dieser Bericht von Bernd Chibici ist erschienen auf http://www.glueckszeitung.at